Betriebskostenabrechnung mit Software und KI: Was Tools für Hausverwaltungen heute automatisieren
Stand: 29.10.2026 · Preise und Angaben laut Anbieter bzw. genannten Quellen, ohne Gewähr · So prüfen wir
Die Betriebskostenabrechnung ist für viele Hausverwaltungen der aufwendigste Termin im Jahr: Belege sammeln, Kostenarten zuordnen, Umlageschlüssel anwenden, Vorauszahlungen gegenrechnen und alles fristgerecht an die Mieter schicken. Software mit KI übernimmt inzwischen große Teile der Routine. Dieser Ratgeber geht die Abrechnung Schritt für Schritt durch und zeigt, was die Tools aus unserem Verzeichnis laut Anbieter dabei automatisieren. Die Anbieterseiten von domily.immo, abrechnung360 und Impower haben wir am Stand Oktober 2026 geöffnet; einen eigenen Praxistest haben wir nicht gemacht.
Abgrenzung: Um die laufende Buchhaltung, Belegerkennung und Zahlungszuordnung insgesamt geht es im Ratgeber KI für Buchhaltung, Belege und Abrechnung. Hier steht die jährliche Abrechnung der Betriebskosten gegenüber Mietern im Mittelpunkt.
| Tool | Preis laut Anbieter (Stand Oktober 2026) | Test | EU-Hosting | |
|---|---|---|---|---|
| domily.immo DACHDE KI-gestützte Mietverwaltung für kleine Verwaltungen: Belege werden erkannt und den BetrKV-Kostenarten zugeordnet, Banktransaktionen Mietern zugeordnet, Nebenkostenabrechnung vorbereitet (regelbasierte Berechnung, Plausibilitätschecks); kein WEG. | Ab 1,50 € je Einheit und Monat (Rechenbeispiel Preisseite: 100 Einheiten 150,00 €/Monat); laut Anbieter-Blog Mindestbetrag 49 €/Monat; derzeit ‚1 Jahr kostenlos‘ für Feedback-Partner. Preisseite (20.10.2026): ab 49 €/Monat, 30 Tage kostenlos testen. | ja Angebot ‚1 Jahr kostenlos‘ (Feedback-Partner) | ? | Zur Website |
| abrechnung360 DACHDE Abrechnungssoftware für WEG-, SEV- und Mietverwaltung aus München: KI richtet Objekte aus hochgeladenen Dokumenten ein (Einheiten, Eigentümer, Verteilerschlüssel), unterstützt beim Buchen und erstellt Abrechnungen nach VDIV-Musterabrechnung. | Laut Website gestaffelt nach Einheiten: 100 Einheiten 79 €/Monat, 300 Einheiten 179 €/Monat, 500 Einheiten 249 €/Monat, 1000 Einheiten 399 €/Monat, ab 2000 Einheiten 40 ct je Einheit/Monat, jeweils zzgl. MwSt.; keine Einrichtungsgebühr. | ja Testzugang auf Anfrage | ja | Zur Website |
| Impower DACHDE Cloud-ERP für Hausverwaltungen (WEG- und Mietverwaltung) aus München mit KI-Rechnungserkennung und KI-gestützter Zuordnung von Banktransaktionen; offene Schnittstellen u. a. zu casavi, facilioo und etg24. | Auf Anfrage (keine Preisseite gefunden; Drittquellen nennen 0,99 € je Wohn-/Gewerbeeinheit und Monat – nicht auf der Anbieterseite bestätigt). | ja Testzugang (laut Website) | ja | Zur Website |
| CasaManager DACHDE Cloud-Hausverwaltung für WEG und Miete mit Mieter-/Eigentümerportal, DMS und BVED-Heizkostenimport; KI-Assistenten lassen sich per MCP anbinden. | SMALL bis 100 Einheiten 69 €/Monat, MEDIUM bis 300 Einheiten 149 €, LARGE bis 600 Einheiten 269 € (zzgl. MwSt.); mit Bankanbindung 89 € / 179 € / 319 € (buchbar ab 01.11.2026); ab 601 Einheiten Enterprise 0,55 € je Einheit. | ja 30 Tage kostenlos, keine Kreditkarte | ja | Zur Website |
| SCALARA DACHDE Cloud-Hausverwaltungssoftware für WEG-, Miet- und SE-Verwaltung mit KI-Assistentin LARA (Zusatzabo) für Aufgaben in der Software; Buchhaltung nach VDIV-Musterabrechnung. | Preis nach Anzahl verwalteter Einheiten, individuelles Angebot; Gründerabo 149 € pro Monat zzgl. MwSt. im ersten Jahr (bis 100 Einheiten), 199 € im zweiten Jahr (bis 250 Einheiten); KI-Assistentin LARA als Zusatzabo (Preis auf Anfrage). | ? | ja | Zur Website |
| objego DACHDE Cloud-Software für private Vermieter und kleine Verwaltungen: Mieteingänge, Nebenkostenabrechnung, Belegimport mit automatischer Datenextraktion. | Ab 7,95 €/Monat für alle Mieteinheiten (Paket mit Mietverwaltung); Heizkostenabrechnung 0,95 € je Mieteinheit/Monat; Basics kostenlos. | ja kostenlos starten | ? | Zur Website |
| immocloud DACHDE Immobilienverwaltung für Vermieter und Hausverwaltungen mit Belegscan, Nebenkostenabrechnung, App und Wohnungsübergabe. | Starter 9,99 €/Monat (12 Monate, bis 5 Einheiten) zzgl. MwSt.; Manager ab 15,99 €/Monat; weitere Tarife. Manager: bis 15 Einheiten 15,99 €, bis 30 Einheiten 25,99 €/Monat (12 Monate Laufzeit). | ja 45 Tage | ja | Zur Website |
ja = laut Anbieter/Quelle; ? = unbekannt (keine Angabe gefunden); – = nein. Preise ohne Gewähr, zzgl./inkl. MwSt. wie vom Anbieter angegeben. Stand Oktober 2026; maßgeblich ist die Preisseite des Anbieters.
Der rechtliche Rahmen in Kürze
Laut § 556 Abs. 3 BGB ist über die Vorauszahlungen für Betriebskosten jährlich abzurechnen. Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen; danach ist eine Nachforderung grundsätzlich ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die Verspätung nicht zu vertreten. Welche Kosten als Betriebskosten gelten, zählt § 2 der Betriebskostenverordnung (BetrKV) auf, von der Grundsteuer über Wasser, Heizung und Aufzug bis zu Gartenpflege, Hauswart und „sonstigen Betriebskosten“. Was im Einzelfall umgelegt werden darf, hängt zusätzlich vom Mietvertrag ab. Die Frist ist der Grund, warum sich Software mit Fristenwarnung und Prüfroutinen lohnt.
Schritt für Schritt: Was Software heute übernimmt
1. Belege erfassen und Kostenarten zuordnen
Rechnungen von Versorgern, Hausmeisterdiensten und Versicherungen kommen per Post, E-Mail oder als PDF. abrechnung360 nimmt laut Website Belege per Upload, E-Mail oder Scan entgegen; die KI erkennt Dokumenttyp, Betrag und Konto und schlägt die Verbuchung vor. domily.immo erfasst Belege laut Anbieter und kategorisiert sie nach BetrKV. Impower nennt Rechnungserfassung mit Texterkennung.
2. Zahlungen und Vorauszahlungen abgleichen
Für die Abrechnung müssen die tatsächlich geleisteten Vorauszahlungen je Mieter stimmen. abrechnung360 ruft Kontoumsätze laut Anbieter per EBICS täglich ab und ordnet Zahlungen den Bankumsätzen zu; Impower holt Umsätze laut Website per EBICS oder HBCI ab und verbucht sie automatisiert. domily.immo nennt Mieten, Vorauszahlungen und Rückstände in einem Finanzmodul.
3. Umlage nach Verteilerschlüssel
Die eigentliche Berechnung, also die Verteilung nach Wohnfläche, Personen, Verbrauch oder Einheiten, ist in den Programmen in der Regel regelbasiert. Die KI hilft eher beim Einrichten: abrechnung360 richtet laut Anbieter Objekte aus hochgeladenen Dokumenten ein, inklusive Einheiten, Eigentümern und Verteilerschlüsseln. Prüfen Sie die übernommenen Schlüssel gegen die Mietverträge.
4. Prüfroutinen vor der Freigabe
Hier liegt der größte Nutzen. domily.immo nennt laut Anbieter automatische Prüfungen vor jeder Freigabe, etwa Abrechnungszeitraum, Frist nach § 556 Abs. 3 BGB, Belegvollständigkeit, Umlageschlüssel, Leerstandskosten und Vorjahresvergleich. abrechnung360 lässt jede Abrechnung laut Website automatisch eine Plausibilitätskontrolle durchlaufen und führt ein Buchungsjournal.
5. Versand und Belegeinsicht
domily.immo versendet die Abrechnung laut Anbieter als PDF an die Mieter und dokumentiert den Verlauf. Mieter dürfen laut § 556 Abs. 4 BGB Einsicht in die Belege verlangen, und der Vermieter darf sie elektronisch bereitstellen. Ein Mieterportal oder eine Mieter-App erleichtert das; Anbieter vergleicht der Ratgeber Mieter-App mit KI.
Die spezialisierten Tools im Überblick
- domily.immo: Mietverwaltung für Portfolios bis 200 Einheiten, kein WEG. Laut Preisseite ab 49 € im Monat bzw. Ab 1,50 € je Einheit und Monat, 30 Tage kostenlos ohne Kreditkarte.
- abrechnung360: WEG-, SEV- und Mietverwaltung mit Abrechnung nach VDIV-Musterabrechnung 3.0; laut Website 100 Einheiten 79 €/Monat bis ab 2000 Einheiten 40 ct je Einheit/Monat, zzgl. MwSt., Testzugang. Daten und KI-Verarbeitung laut Anbieter auf Servern in Frankfurt.
- Impower: Cloud-ERP für WEG-, Miet- und Sondereigentumsverwaltung mit Nebenkosten- und Hausgeldabrechnung, DATEV-Schnittstelle und laut Anbieter kostenloser Migration; Preis auf Anfrage.
Klassische Hausverwaltungssoftware wie CasaManager, SCALARA, objego oder immocloud enthält ebenfalls Abrechnungsfunktionen. Welche Lösung für kleine Bestände passt, zeigt Hausverwaltungssoftware für kleine Verwaltungen; für Österreich und die Schweiz gibt es den Ratgeber Hausverwaltungssoftware in Österreich und der Schweiz.
Was Sie trotz KI selbst prüfen sollten
- Umlagefähigkeit: Nicht jede Rechnung ist umlagefähig. Verwaltungskosten sowie Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten gehören laut § 1 Abs. 2 BetrKV nicht zu den Betriebskosten. Eine falsche KI-Zuordnung fällt nur auf, wenn jemand hinschaut.
- Mietvertrag: Umlegbar ist nur, was vereinbart ist. Software kennt die Klauseln Ihrer Altverträge nicht automatisch.
- Heizkosten: Für Heiz- und Warmwasserkosten gelten eigene Regeln; meist liefert ein Messdienstleister die Daten zu. Prüfen Sie, ob Ihre Software den Import unterstützt.
- Datenschutz: Abrechnungen enthalten Namen, Adressen und Zahlungsdaten. Achten Sie auf AVV und Serverstandort; mehr dazu im Ratgeber DSGVO und KI-Tools für Hausverwaltungen.
Alle Lösungen für Belege und Abrechnung finden Sie in der Kategorie Buchhaltung & Belege; Anschreiben an Mieter zur Abrechnung lassen sich mit den Vorlagen aus Rundschreiben und Aushänge mit KI vorbereiten.
Häufige Fragen
Kann KI die Betriebskostenabrechnung komplett erstellen?
Bis wann muss die Betriebskostenabrechnung beim Mieter sein?
Was kostet Software für die Betriebskostenabrechnung?
Welche Kosten sind Betriebskosten?
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